Was ist das ADDIE-Modell?
Das ADDIE-Modell (englisch: ADDIE Model) ist ein Rahmenmodell mit fünf Phasen für die Gestaltung von Trainings: Analyse, Design, Entwicklung, Implementierung und Evaluation. Es stammt aus dem Instructional Design und funktioniert im Arbeitskontext genauso gut wie im Klassenzimmer. L&D-Teams nutzen es, um Onboarding, Compliance Training und Produktschulungen mit klarer Struktur vom Bedarf bis zum Ergebnis aufzubauen.
Die fünf Phasen des ADDIE-Modells
- Analyse: Definieren Sie Problem, Zielgruppe und Ziel. Was sollen Teilnehmende danach können?
- Design: Planen Sie Lernziele, Struktur, Inhaltsformate und die Erfolgsmessung.
- Entwicklung: Produzieren Sie das eigentliche Kursmaterial, von Videos und Quizzen bis zu Szenarien und Arbeitshilfen.
- Implementierung: Stellen Sie das Training den Teilnehmenden bereit, oft über eine Lernplattform, und begleiten Sie sie unterwegs.
- Evaluation: Messen Sie, ob das Training gewirkt hat, während des Programms und danach, und lassen Sie die Erkenntnisse in die nächste Runde einfließen.
Das ADDIE-Modell am Arbeitsplatz: ein Beispiel
Angenommen, Sie brauchen ein neues Compliance Training. In der Analyse klären Sie, welche Vorschriften gelten und wo Mitarbeitende heute Schwierigkeiten haben. Im Design setzen Sie Ziele und wählen kurze Module statt einer einzigen Marathonsitzung. In der Entwicklung bauen Sie Module und Wissenschecks. In der Implementierung rollen Sie sie an alle Teilnehmenden aus. In der Evaluation prüfen Sie Abschlussquoten und Vorfallsdaten und justieren nach.
Das ADDIE-Modell in der Praxis für L&D-Teams
Betrachten Sie ADDIE als Schleife statt als gerade Linie: Die meisten Teams arbeiten iterativ und passen Design und Inhalte an, sobald Feedback eintrifft. Die Evaluationsphase passt gut zu Modellen wie dem Kirkpatrick-Modell, mit dem Sie Wirkung jenseits von Abschlussquoten messen. Wenn Ihre Trainingsprojekte gern direkt zur Entwicklung springen, ist ADDIE die Checkliste, die Sie dort bremst, wo es zählt, und überall sonst schneller macht.
FAQ: Das ADDIE-Modell
Was ist der Unterschied zwischen dem ADDIE-Modell und SAM?
ADDIE durchläuft fünf Phasen nacheinander; Analyse und Design sind weitgehend abgeschlossen, bevor die Entwicklung beginnt. SAM (Successive Approximation Model) baut stattdessen früh kleine Prototypen und verbessert sie in wiederholten Feedbackrunden. ADDIE eignet sich für Training mit festen Anforderungen wie Compliance-Programme, SAM für Inhalte, die sich schnell ändern und frühes Feedback brauchen. Viele L&D-Teams kombinieren beides: ADDIE für die Struktur, SAM-artige Iteration innerhalb der Entwicklung.
Ist das ADDIE-Modell veraltet?
Nein, aber die Wasserfall-Variante davon ist es. Moderne Teams durchlaufen die fünf Phasen selten als strikte Einbahnsequenz; sie kehren zurück, sobald Feedback eintrifft, genau das sollte die Evaluationsphase immer fördern. Die Fragen, die ADDIE Ihnen stellt (für wen ist das, was sollen Teilnehmende danach können, woran erkennen wir den Erfolg), sind so relevant wie eh und je. Iterativ eingesetzt bleibt das Modell ein solides Rückgrat.
Was sind häufige Fehler beim Einsatz des ADDIE-Modells?
Der Klassiker: die Analyse überstürzen und direkt in die Entwicklung springen. Das Ergebnis ist poliertes Training, das das falsche Problem löst. Weitere Fehler sind Lernziele, die niemand messen kann, eine Evaluation, die nur aus einer Umfrage am Ende besteht statt aus laufend gesammelten Daten, und Ergebnisse, die nie in die nächste Runde einfließen. Geben Sie Analyse und Evaluation dieselbe Sorgfalt wie der Inhaltsproduktion.








