Was ist ein Subject Matter Expert?
Ein Subject Matter Expert ist eine Person mit tiefem Wissen über ein bestimmtes Fachgebiet, einen Prozess oder ein Tool, oft mit SME abgekürzt. Im Learning and Development liefern Subject Matter Experts den Rohstoff, aus dem Kurse entstehen: Sie wissen, wie die Arbeit wirklich gemacht wird, wo die Fallstricke liegen und welche Details in der Praxis zählen.
Eine Anmerkung zur Abkürzung: SME steht im Englischen auch für kleine und mittlere Unternehmen. In gemischten Runden lohnt es sich also, Subject Matter Expert mindestens einmal auszuschreiben.
Die Rolle des Subject Matter Experts in der Kursproduktion
Subject Matter Experts bauen selten Kurse allein, und das sollten sie auch nicht müssen. Die besten Ergebnisse entstehen im Zusammenspiel mit Instructional Designern: Der Experte bringt das Wissen mit, der Designer formt daraus etwas, von dem Menschen lernen können.
- Der Experte teilt Wissen in Interviews, Walkthroughs und echten Beispielen.
- Der Instructional Designer strukturiert die Inhalte, setzt Lernziele und wählt Formate.
- Der Experte prüft Entwürfe auf Richtigkeit und ergänzt die Nuancen, die nur Erfahrung liefert.
- Beide überarbeiten den Kurs regelmäßig, damit er aktuell bleibt.
Diese Arbeitsteilung schützt die Zeit der Fachleute und das Erlebnis der Teilnehmenden. Expertise macht niemanden automatisch zur Lehrkraft, und das muss sie auch nicht.
Subject Matter Experts in der Praxis für L&D-Teams
Die größte Herausforderung für L&D-Teams ist meist nicht, Fachleute zu finden, sondern ihr Wissen einzufangen, ohne ihre Kalender zu sprengen. Kurze, fokussierte Interviews, Bildschirmaufnahmen und strukturierte Review-Runden holen aus einer Stunde mehr heraus als die vage Bitte, "einen Kurs über Ihr Thema zu erstellen".
Auch eine Lernplattform mit einfachen Autorenwerkzeugen hilft. Wenn es für einen Subject Matter Expert leicht ist, einen Walkthrough aufzunehmen oder ein Modul zu entwerfen, hängt Wissensteilung nicht mehr von Heldentaten ab. Behandeln Sie die Zeit Ihrer Fachleute als die knappe Ressource, die sie ist, und geben Sie ihnen den kürzesten Weg vom Wissen zum Teilen.
FAQ: Fachexperten
Wie wählen Sie den richtigen Fachexperten aus?
Achten Sie auf drei Dinge: aktuelles Praxiswissen zum Thema, Bereitschaft, es zu teilen, und genügend Zeit, um Entwürfe zu prüfen. Die erfahrenste Person ist nicht immer die beste Wahl. Wer einen Prozess selbst erst kürzlich gelernt hat, erklärt ihn oft am klarsten, weil die Erinnerung an die Stolpersteine noch frisch ist. Bei kritischen Themen binden Sie zwei Fachleute ein, damit die Prüfung nicht an einem einzigen Kalender hängt.
Braucht ein Fachexperte didaktische Fähigkeiten?
Nein. Ein Fachexperte liefert Wissen, keine Didaktik. Instructional Designer oder das L&D-Team formen daraus Lernziele, Struktur und Formate, mit denen Teilnehmende wirklich lernen. Wer von Fachleuten erwartet, zugleich Lehrende zu sein, bremst die Produktion und verschwendet ihre Zeit. Lassen Sie jede Rolle das tun, was sie am besten kann, dann wird der Kurs fachlich korrekt und ansprechend zugleich.
Wie viel Zeit muss ein Fachexperte in einen Kurs investieren?
Weniger, als die meisten befürchten. Mit einem strukturierten Prozess genügen für ein typisches Modul einige kurze Interviews oder Walkthroughs plus ein bis zwei Prüfrunden des Entwurfs. Vorbereitete Fragen, Bildschirmaufnahmen und klare Fristen halten jede Einheit fokussiert. Zeit frisst vor allem die vage Bitte "Erstellen Sie einen Kurs über Ihr Thema", also machen Sie jede Anfrage konkret und klein.








