So stärkt KA die Kompetenz kirchlicher Mitarbeitender in ganz Norwegen

Gabriella Eriksson

KA ist die Arbeitgeberorganisation für kirchliche Einrichtungen in Norwegen. Ingrid Staurheim, Fachleiterin bei KA, erzählt, wie die Organisation von aufwendigen papierbasierten Fernkursen zu einer modernen digitalen Lernplattform wechselte – und welche Auswirkungen das für Kirchendiener im ganzen Land hatte.

Die Herausforderung: Eine aufwendige und schwer zugängliche Ausbildung

Bevor KA den Schritt in die digitale Weiterbildung wagte, sah die Realität anders aus. Kirchendiener wurden über Fernkurse per Post ausgebildet – ein System, das Ingrid als deutlich umständlicher beschreibt. Die Teilnehmenden waren über ganz Norwegen verteilt, was es kostspielig und organisatorisch herausfordernd machte, sie für Präsenzveranstaltungen zusammenzubringen.

Der Bedarf war eindeutig: eine Ausbildung, die zugänglich, flexibel und auf den Arbeitsalltag dieser Berufsgruppe zugeschnitten ist.

Die Lösung: Sechs Module für die Praxis

Mit Unterstützung von Learnifier entwickelten Ingrid und ihr Team die „Kirketjenerskolen“ (Kirchendienerschule) – sechs Module, die die Teilnehmenden vollständig selbstständig absolvieren können. Die Kurse behandeln Themen wie das Kirchengebäude als Arbeitsplatz und seine Geschichte, Reinigung und Aufbewahrung von Gegenständen, Betrieb und Instandhaltung, Brandschutz sowie ein besonders wichtiges Thema: den Umgang mit Menschen in Trauersituationen.

Jedes Modul folgt einer klaren Lernstruktur. Die Teilnehmenden arbeiten sich durch die Inhalte, beantworten Quizfragen und schalten anschließend den nächsten Abschnitt frei. Nach Abschluss eines Moduls können sie ihr Zertifikat herunterladen und sich für das nächste anmelden.

Kurze Videos spielen dabei eine zentrale Rolle – insbesondere bei praktischen Tätigkeiten, die sich nur schwer schriftlich erklären lassen. So wird beispielsweise gezeigt, wie man ergonomisch mit einem Wischmopp arbeitet, um den Rücken zu schonen, oder wie man Ton- und Lichttechnik bedient.

"Das ist unglaublich hilfreich, weil es nicht so einfach ist, mit Worten zu erklären, wie man mit Ton- und Lichttechnik arbeitet. Auf Video lässt sich das dagegen sehr leicht zeigen."

Das Ergebnis: Besser vorbereitete Teilnehmende und wertvollere Kurstage

Einer der deutlichsten Effekte zeigte sich im Zusammenhang mit dem Grundkurs für neue Kirchendiener im März – einem Kurs, der außerhalb der Kirchendienerschule stattfand. Zur Vorbereitung auf die Präsenzveranstaltung entwickelte das Team einen digitalen Vorbereitungskurs, dessen Wirkung sofort spürbar war.

Kolleginnen und Kollegen, die an den digitalen Lerninhalten mitgewirkt hatten, berichteten, dass sie deutlich mehr aus dem Präsenzprogramm herausholen konnten, da keine Zeit mehr für die Vermittlung von Grundlagen und Regelwerken aufgewendet werden musste. Als die Teilnehmenden schließlich zum Kurs erschienen, kannten sie die Referierenden bereits.

"Man musste nicht ganz bei null anfangen, und die Teilnehmenden waren mental bereits darauf vorbereitet, was sie erwartete."

Dieses Wiedererkennen und die gemeinsame Vorbereitung sorgten von Beginn an für eine schnellere Gruppendynamik und tiefere Diskussionen.

Von der Theorie zur beruflichen Identität

Ingrid hebt einen Effekt hervor, der über das eigentliche Lernen hinausgeht. Die Kirchendienerschule hat die Ausbildung nicht nur zugänglicher gemacht und besser an den Arbeitsalltag angepasst – sie hat einer Berufsgruppe auch etwas Wichtiges gegeben: ein stärkeres Gefühl von Professionalität und beruflichem Stolz.

"Ich hoffe, dass die Kirchendiener das Gefühl haben, durch dieses Programm eine echte berufliche Qualifikation erhalten zu haben. Sie arbeiten in Teams mit vielen anderen Fachkräften, die jeweils eine eigene Ausbildung haben – und das bedeutet etwas."

Tipps für andere Organisationen

Ingrids Empfehlungen für Organisationen, die ihre Weiterbildung verbessern möchten:

  • Digitale und physische Formate kombinieren. Ein digitaler Vorbereitungskurs macht Präsenzveranstaltungen deutlich effektiver.
  • Den Zeitaufwand klar kommunizieren. Nicht alle sind daran gewöhnt, sich digital vorzubereiten. Deshalb sollte transparent erklärt werden, wie viel Zeit benötigt wird und warum sich die Vorbereitung lohnt.
  • Den Vorbereitungskurs nicht zu umfangreich gestalten. Er soll vorbereiten, nicht überfordern.

KA ist die Arbeitgeberorganisation für kirchliche Einrichtungen in Norwegen und setzt sich für den Kompetenzaufbau in einem Sektor ein, der Menschen in allen Phasen ihres Lebens begleitet.

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