“Wir müssen für das trainieren, was fast nie passiert.”
Wie bildet man Tausende von Mitarbeitenden aus, die rund um die Uhr über das ganze Land verteilt arbeiten – und das in einer der sicherheitskritischsten Branchen Schwedens?
Bei SJ ist Lernen nicht nur eine Pflicht, sondern ein strategischer Bestandteil des Kerngeschäfts. Durch die Verknüpfung von gesetzlichen Anforderungen, Forschung, VR, 360-Grad-Material und einer klaren didaktischen Struktur hat SJ einen modernen Lernansatz entwickelt, der in der Branche als Vorbild gilt.
In einem Gespräch mit Fredrik Lundberg, Ausbildungsentwickler bei SJ, verfolgen wir den Weg von traditionellen Schulungsformen hin zu datengetriebenen, evidenzbasierten und immersiven Lernmethoden.

Schulung als Teil der Sicherheitsarbeit
Die Aus- und Weiterbildung bei SJ wird durch Gesetze und behördliche Vorgaben geregelt. Das bedeutet, dass Schulungen präzise, wiederkehrend und messbar sein müssen. In den letzten Jahren hat sich der Fokus der Regulierung zunehmend von theoretischem Wissen hin zur tatsächlichen Handlungskompetenz verschoben.
– Wir müssen nachweisen können, dass das Personal nicht nur weiß, was zu tun ist, sondern es auch in der Praxis umsetzen kann.
Fredrik Lundberg
Dies hat dazu geführt, dass SJ verstärkt in digitale und simulierte Lernformen investiert, die ein hohes Maß an Realitätsnähe und Genauigkeit ermöglichen.
Learnifier – das Zentrum des digitalen Lernens bei SJ
Um alle digitalen Lernangebote an einem Ort zu bündeln, nutzt SJ Learnifier als zentrale Lernplattform. Dort finden Mitarbeitende E-Learnings, Kursmaterialien, 360-Grad-Rundgänge sowie Verlinkungen zu VR-Trainings in einer strukturierten und leicht zugänglichen Form.
Die Zusammenarbeit zwischen SJ und Learnifier hat sich im Laufe der Zeit vertieft – parallel zum wachsenden Bedarf an Skalierbarkeit, Struktur und digitalen Lernmethoden.
– Learnifier ist der Knotenpunkt, an dem alles zusammenkommt – Kurse, 360-Rundgänge, VR-Links und sämtliche digitalen Materialien.
Fredrik Lundberg
So kann SJ einheitlich arbeiten, auch wenn die Schulungen viele unterschiedliche Formate und Methoden umfassen.
Technologie ist nicht die Lösung – die Kombination ist entscheidend
SJ setzt auf eine breite Palette an Lernmethoden:
- Virtual Reality (VR)
- 360-Grad-Umgebungen
- Zugsimulatoren
- E-Learning in Learnifier
- Microlearning
- Lernfilme
- Präsenzschulungen
– Wir haben früh gelernt, dass Technologie nicht die Führung übernehmen darf. Die Lernbedürfnisse müssen den Weg vorgeben.
Fredrik Lundberg
Learnifier spielt dabei eine zentrale Rolle, um all diese Lernformen zusammenzuführen und organisationsweit verfügbar zu machen.
Praxisbeispiele: VR- und 360-Grad-Training
Konflikttraining in VR
Konfliktsituationen, die im realen Alltag schwer oder riskant zu üben sind, werden in VR simuliert. Die Teilnehmenden treffen auf realistische Szenarien und digitale Charaktere, die echte Herausforderungen widerspiegeln.
Forschungszusammenarbeit mit der Högskolan Väst
SJ arbeitet gemeinsam mit der Universität Högskolan Väst an einem Forschungsprojekt, das untersucht, wie sich VR-Training auf Verhalten, Sicherheit, Lernen und Handlungskompetenz auswirkt. Die Ergebnisse sollen in wissenschaftlichen Studien veröffentlicht werden.
Brandschutztraining in VR
Ein großer Teil der Brandschutzausbildung findet heute in VR statt. Die Teilnehmenden verwenden reale Feuerlöscher, trainieren jedoch in einer virtuellen Umgebung. Dadurch kann detailliertes Feedback zu Technik, Abstand, Zeit und Präzision gegeben werden – ohne reale Gefahren.
360-Grad-Rundgänge
Für alle Zugtypen setzt SJ umfassende 360-Grad-Rundgänge ein. Mitarbeitende können Züge, Ausrüstung und Umgebungen digital erkunden – als Vorbereitung, Wiederholung oder Auffrischung vor realen Einsätzen.
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Lernen bedeutet Sicherheit
Durch die Kombination von VR, 360-Grad-Material, Forschung und strukturiertem digitalem Lernen hat SJ ein Lernmodell geschaffen, das Mitarbeitende sicherer, kompetenter und selbstbewusster macht. Ziel ist es nicht, traditionelle Lernformen zu ersetzen, sondern sie gezielt zu ergänzen und zu verstärken.
Unabhängig davon, ob das Training in VR, in einer 360-Grad-Umgebung, im Simulator oder im Klassenzimmer stattfindet, bleibt das Ziel dasselbe:
dass sich jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter gut vorbereitet, sicher und handlungsfähig fühlt – selbst in Situationen, die fast nie eintreten.





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